Ernährung für den Laufsport

Laufen gehört energetisch zu den anspruchsvollsten Sportarten. Ein Marathon verbrennt etwa 2.500 bis 3.500 kcal, und selbst ein 10 km-Lauf beansprucht deine Glykogenspeicher stark. Deinen Körper vor, während und nach dem Lauf richtig zu versorgen, macht den Unterschied zwischen Erfolg und Leistungseinbruch.

Die Schritte

1

Versorge dich vor dem Lauf

Iss 2 bis 3 Stunden vor der Belastung eine Mahlzeit, die reich an Kohlenhydraten und arm an Ballaststoffen und Fetten ist. Beispiele: weißer Reis mit Hähnchen, Nudeln mit leichter Sauce oder Porridge mit Banane. Für einen kurzen morgendlichen Lauf (< 60 min) reicht eine Banane oder eine Scheibe Brot mit Honig.

2

Hydriere dich während der Belastung

Bei Belastungen von weniger als 60 Minuten reicht Wasser allein aus. Darüber hinaus füge Elektrolyte (hauptsächlich Natrium) und schnelle Kohlenhydrate (30 bis 60 g/Stunde) hinzu. Sportgetränke, Gele und Fruchtriegel sind praktische Optionen. Trinke in kleinen, regelmäßigen Schlucken, keine großen Mengen auf einmal.

3

Regeneriere innerhalb von 30 bis 60 Minuten

Konsumiere nach dem Lauf innerhalb der ersten Stunde ein Verhältnis von 3:1 Kohlenhydrate/Protein, um das Glykogen wieder aufzufüllen und die Muskelreparatur zu starten. Beispiele: Schokomilch, Joghurt mit Granola und Obst oder Reis mit Hähnchen. Achte in den folgenden Stunden weiterhin auf eine gute Hydratation.

4

Periodisiere deine Ernährung

Dein Kalorien- und Kohlenhydratbedarf variiert je nach Trainingsphase. In Zeiten mit hohem Volumen erhöhe die Kohlenhydrate (5 bis 7 g/kg). In der Tapering-Phase vor einem Wettkampf reduziere das Volumen, aber halte die Kohlenhydrate hoch, um die Glykogenspeicher zu füllen.

5

Plane die Ernährung für den Wettkampftag

Teste niemals ein neues Lebensmittel oder Gel am Wettkampftag. Alle deine Ernährungsentscheidungen für den Lauf müssen im Training getestet worden sein. Bereite deine Verpflegung im Voraus vor, kenne die Verpflegungsstationen der Strecke und plane deine Einnahmen alle 30 bis 45 Minuten.

Carb-Loading erklärt

Carb-Loading (Glykogen-Superkompensation) besteht darin, deine muskulären Glykogenspeicher vor einem Wettkampf von mehr als 90 Minuten zu maximieren. Das moderne Protokoll ist einfach: Erhöhe 3 Tage vor dem Lauf die Kohlenhydrate auf 8 bis 10 g/kg bei gleichzeitig reduziertem Trainingsvolumen.

Normale Glykogenspeicher liegen bei etwa 400 bis 500 g (1.600 bis 2.000 kcal). Nach einem gut durchgeführten Carb-Loading können sie 700 bis 800 g erreichen. Dieser Unterschied verschiebt den berühmten „Mann mit dem Hammer“ beim Marathon um einige Kilometer nach hinten und erhält eine höhere Intensität aufrecht.

Achtung: Jedes Gramm Glykogen speichert 3 g Wasser. Du wirst während des Carb-Loadings 1 bis 2 kg zunehmen, was normal und wünschenswert ist. Dieses zusätzliche Gewicht wird während des Laufs verbraucht. Keine Panik, wenn die Waage am Vorabend des Wettkampfs nach oben geht.

Hydratation bei langen Läufen

Eine Dehydratation von mehr als 2 % des Körpergewichts verschlechtert die Laufleistung signifikant: Erhöhung der Herzfrequenz, Verringerung des Blutflusses und reduzierte Thermoregulation. Für einen 70 kg schweren Läufer entspricht dies 1,4 kg Flüssigkeitsverlust.

Die Schweißrate variiert je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Intensität zwischen 0,5 und 2 Litern pro Stunde. Wiege dich vor und nach einem Trainingslauf, um deine Schweißrate zu schätzen und deine Hydratationsstrategie zu kalibrieren.

Hyponatriämie (zu niedriger Natriumspiegel) ist die umgekehrte Gefahr: Zu viel reines Wasser ohne Natrium während einer längeren Belastung verdünnt das Natrium im Blut. Deshalb sind Sportgetränke mit Natrium (300-700 mg/L) bei Belastungen über 90 Minuten reinem Wasser vorzuziehen.

Eisen und Läufer

Läufer, und insbesondere Läuferinnen, haben ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel. Das Auftreten der Füße auf dem Boden zerstört eine kleine Menge roter Blutkörperchen (Marschhämolyse), Schweiß schwemmt Eisen aus und Entzündungen nach der Belastung reduzieren vorübergehend die Aufnahme im Darm.

Ein niedriger Ferritinspiegel (unter 30 ng/mL, auch ohne Anämie) kann anhaltende Müdigkeit, sinkende Leistung und langsame Erholung erklären. Lass dein Ferritin mindestens einmal im Jahr bestimmen, wenn du regelmäßig läufst.

Um ausreichende Eisenreserven zu erhalten: Baue 2- bis 3-mal pro Woche rotes Fleisch ein oder kombiniere pflanzliche Quellen (Linsen, Spinat) mit Vitamin C. Vermeide Kaffee und Tee innerhalb einer Stunde nach einer eisenreichen Mahlzeit. Eine Supplementierung sollte nur auf ärztliche Verschreibung nach einem Bluttest erfolgen.

FoodCraft-Tipp

An den Laufsport angepasster TDEE

Der TDEE-Rechner von FoodCraft berücksichtigt das Aktivitätsniveau und kann für Ausdauersportler konfiguriert werden. Nutze ihn, um deinen Kalorienbedarf in intensiven Trainingsphasen zu schätzen und passe deine Ernährung entsprechend an, um ein relatives Energiedefizit zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Sollte man auf nüchternen Magen laufen, um mehr Fett zu verbrennen?
Nüchternlauf erhöht den Prozentsatz des während der Belastung oxidierten Fetts, aber der Fettverlust über 24 Stunden ist nicht höher. Für kurze, lockere Läufe ist es eine praktikable Option. Für intensive oder lange Einheiten verbessert vorheriges Essen die Leistung und die Qualität des Trainings.
Welches Energie-Gel soll ich wählen?
Wähle ein Gel mit 20 bis 30 g gemischten Kohlenhydraten (Glukose + Fruktose) für eine optimale Aufnahme. Gele auf Basis von Maltodextrin und Fruktose im Verhältnis 2:1 ermöglichen die Aufnahme von bis zu 90 g Kohlenhydraten pro Stunde. Teste sie unbedingt im Training, um deine verträglichkeit zu prüfen.
Wie viele Kalorien verbrennt man beim Laufen?
Im Durchschnitt verbrennt Laufen etwa 1 kcal pro kg Körpergewicht pro Kilometer. Ein 75 kg schwerer Läufer verbrennt also etwa 75 kcal pro Kilometer, was 750 kcal für einen 10 km-Lauf entspricht. Dieser Wert variiert leicht je nach Geschwindigkeit, Steigung und Effizienz deines Laufstils.
Wie vermeidet man Verdauungsprobleme beim Laufen?
Vermeide Ballaststoffe, Fette und überschüssiges Protein in den 3 Stunden vor dem Lauf. Trainiere deinen Darm, Kohlenhydrate während der Belastung zu tolerieren, indem du sie schrittweise in deine langen Läufe einbaust. Der Magen passt sich mit der Übung an. Vermeide Entzündungshemmer (Ibuprofen), die das Risiko für Verdauungsprobleme erhöhen.

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